Hufrehe & Claudia

Eigentlich könnte ich sagen, dass die Hufrehe mein Leben geprägt hat…

Hufrehe

Den ersten Kontakt mit Hufrehe hatte ich, als meine Haflingerstute Sina in den 90-er Jahren an Hufrehe erkrankte. Damals war die veterinärmedizinische Therapie schon die Gleiche wie heute. Es hat sich überhaupt nichts geändert: Die Therapie der Hufrehe war Rehebeschlag (damals genau umgekehrt wie heute gedacht..), Schmerzmittel (Phenylbutazon) und Blutverdünner (Aspirin, Heparin). Ich weiß noch genau, dass mir zusätzlich ein Ergänzungsfuttermittel für die Hufe empfohlen wurde (diese Pülverchen, die viele synthetische Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten). Mehr gab es damals nicht, es gab keine Kräuter für Pferde, die Homöopathie steckte sozusagen „noch in den Kinderschuhen“ und war keineswegs eine Therapieform, die bedacht wurde, da die Homöopathie als „Hokuspokus“ galt und in der breiten Gesellschaft, erst recht bei Pferdemenschen, kaum anerkannt war und auch überhaupt nicht ernst genommen wurde.

In der damaligen Situation war ich total hilflos. Sina galt als austherapiert und es gab keine Alternativen oder weitere Hilfsangebote, wie dies heute der Fall ist. Tierheilpraktiker waren ebenso Exoten wie die Homöopathie und Kräuter für Pferde waren nicht existent.

Schon damals wusste ich, dass ich weder Rehebeschlag noch Schmerzmittel für Sina wollte (bekam sie auch nicht..) und dass ich meinen eigenen Weg für Sina`s Hufrehe finden musste. Ich zermarterte mir den Kopf, wie ich Sina helfen konnte und begann, mich ganz intensiv mit der Kräuterheilkunde und Homöopathie für Pferde zu beschäftigen. Auch die Problem bezogene Fütterung bei Hufrehe war natürlich mein Thema. Ich wälzte Fachliteratur zu Kräutern und Homöopathie, die recht spärlich vorhanden war und begann, meine eigenen Selbstversuche mit Sina durchzuführen. Lange Rede, kurzer Sinn, Sina`s Hufrehe führte zur Entwicklung meiner Kräuter für Pferde Nehls Rehe-Ex und Hufelexier (und irgendwie auch zu sämtlichen Entwicklungen, die folgten…), zu meiner Ausbildung als Tierheilpraktikerin, zur intensiven Beschäftigung mit der Homöopathie bei Hufrehe und später dann auch zur Gründung des Tierheilkundezentrums und aller Dinge, die ich heute so mache.

Mein heutiges Leben würde ich nicht führen, hätte es Sina und ihre Hufrehe nicht gegeben. Sina`s Hufrehe heilte mit meinen Kräutern und meiner Homöopathie innerhalb von wenigen Tagen und Sina bekam in all den Jahren nie wieder einen Hufrehe Schub trotz 24 Stunden Weide. Rehe-Ex und Hufelexier setze ich täglich in der Fütterung ein.

Ohne Sina`s Hufrehe wäre ich ziemlich sicher noch immer die Justizangestellte von damals und meine Pferde wären weiterhin mein Hobby geblieben…

Hufrehe

So aber kam alles ganz anders…

Ich weiß nicht, wie viele Pferde mit Hufrehe ich seit damals behandelt habe, ich habe sie nicht gezählt, aber es sind hunderte, vielleicht sogar mehr. Täglich habe ich auf verschiedene Weise mit Pferden zu tun, die an Hufrehe erkrankt sind. Dies führt natürlich dazu, dass ich über wirklich weitreichende Erfahrungen verfüge. Soll heißen, ich habe – auch – hunderte Geschichten der einzelnen Pferde mit Hufrehe gehört, ich weiß, wie diese ganzen Pferde behandelt wurden, was gemacht und gesagt wurde. Diese umfassenden Kenntnisse verdanke ich sozusagen dem Umstand, dass die Pferdemenschen in der Regel erst dann zu mir kommen, wenn auch ihre Pferde – wie damals Sina – austherapiert sind. So bin ich dann regelmäßig der letzte Strohhalm, nachdem der Pferdemensch greift, also die letzte Station für`s betroffene Pferd. In diesem Stadium ist es für mich natürlich unverzichtbar, genau zu wissen, wie die bisherige Behandlung gelaufen ist und was bereits alles unternommen wurde. Daher kenne ich diese vielen hundert Anamnesen und gescheiterten Behandlungsversuche bei Hufrehe.

Das, was diese Website ausmacht, sind meine praktischen Erfahrungen und nicht – wie allgemein – die immer gleichen Theorien…

Meine Erfahrung ist, dass ich den akuten Hufreheschub eigentlich immer und grundsätzlich auch in diesem späten Stadium noch „heilen“ konnte. „Heilen“ in Anführungsstrichen, da ich natürlich nicht die Veränderungen im Huf selbst, wie Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung „heilen“ kann, sondern „nur“ die Entzündung, also das, was gerade die massiv schlechte Situation des Pferdes im akuten Hufreheschub ausmacht.

Meine Behandlung bezieht sich ja grundsätzlich auf die innere Verfassung des Pferdes, nicht auf die lokale Situation. Meine Hufrehebehandlung beinhaltet die Homöopathie und die Phytotherapie. Die Entzündung, also der akute Hufreheschub lässt sich meiner Erfahrung nach sehr gut und sehr effizient und dabei ganz natürlich und ohne jedwede Nebenwirkungen behandeln. Das ist mein Part bei der Hufrehe!

Ist die veterinärmedizinische Behandlung der Hufrehe in all den Jahren auch identisch geblieben und ist die homöopathische Therapie und Phytotherapie heute eine ernst zu nehmende Therapie, wozu ich durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und zahlreiche gelungene Therapien sicher in großem Maße beigetragen habe, so beobachte ich doch zunehmend eine Betrachtung der Hufrehe, die sich alleine auf die innerliche Situation des betroffenen Pferdes fokussiert und die ich für sehr bedenklich und falsch halte. Die Entwicklung, dass im Laufe dieser ganzen Jahre der Fokus einer Hufrehe immer öfter bzw. inzwischen generell und ausschließlich auf den inneren Ursachen einer Hufrehe liegt geht in die falsche Richtung. Soll heißen, ein Pferd kann noch so starke und offensichtliche „Behinderungen“ durch falsche Hufbearbeitung oder schmerzhafte Hufbeschläge haben, diese werden generell nicht als Ursache in Betracht gezogen. Offensichtliche Fehlstellungen, die meist über Jahre gezüchtet werden, bleiben bei der Diagnosestellung einer Hufrehe inzwischen völlig unberücksichtigt und unbedacht. Ist das Pferd zu dick, leidet es an Cushing oder an EMS oder gleich alles zusammen? Gibt es hierzu keine äußerlichen Anhaltspunkte, werden diese entweder „an den Haaren herbeigezogen“ oder es werden andere Gründe gesucht, beispielsweise falsche Fütterung, zu viel bzw. zu wenig Bewegung oder eine falsche Haltung. Und natürlich: Weidegang und Gras, da haben wir gleich eine Begründung für die Hufrehe, wenn das Pferd Weidegang hat…und steht es auf noch so fehlerhaft zubereiteten Füßen, das Gras ist schuld!

Ich frage mich im Inneren bereits seit langem, warum denn wirklich niemand, einfach niemand, einmal auf die Hufe bei Hufrehe schaut. Ist das denn wirklich so abwegig? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass eine falsche Hufbearbeitung mit ständigen Schmerzen beim Gehen/Laufen letztlich zur Entzündung, zur akuten Hufrehe führt? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass wir chronische Rehehufe durch falsche Bearbeitung und falsche Maßnahmen an den Hufen züchten?

Die Entwicklung, die Hufe des betroffenen Pferdes nicht einmal mehr anzuschauen und es für völlig abwegig zu halten, dass die Hufsituation und/oder der Hufbeschlag die Ursache eines akuten Hufreheschubes sind, dass also die Ursache nicht im Innern, sondern ganz unspektakulär in der lokalen Hufsituation liegt, halte ich für sehr gefährlich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es so viele Widersprüche und Unklarheiten bei Hufrehe gibt, dass wir alle noch so viel über die Krankheit Hufrehe lernen müssen und trotz dieser allgemein bekannten Faktoren eine allgemeine Blindheit herrscht, was die Hufe selbst angeht.
Es kommt sehr häufig vor, dass ein akuter Hufreheschub nach der Hufkorrektur oder nach dem Hufbeschlag auftritt, ebenso häufig kommt es vor, dass bei einer gerade kurierten Hufrehe nach Besuch des Hufbearbeiters erneut ein akuter Hufreheschub auftritt. Selbst wenn die Ursache so offensichtlich ist, wird auf EMS oder Cushing oder eine andere Ursache abgestellt, statt einmal auf das Naheliegende, nämlich die Pferdefüße, zu kommen und die offensichtliche Ursache einmal hier zu suchen.

Diese Blindheit nimmt inzwischen wirklich bedrohliche Ausmaße an!

Interessant ist auch, wie wir inzwischen die Huflederhautentzündung von der Hufrehe abgrenzen: Steht das Pferd nicht in Sägebockstellung, wenn der Tierarzt gerufen wird, sondern hat lediglich eine „mittelschwere“ Hufrehe, so wird als Diagnose oft die Huflederhautentzündung gestellt (das hört sich für den Pferdebesitzer ja auch grundsätzlich erst einmal besser an…). Wird die Situation dann innerhalb weniger Tage für das Pferd schlechter, heißt es, das Pferd hat eine Hufrehe. Unterschiede in der allgemeinen Betrachtung liegen darin, dass für eine Huflederhautentzündung lokale Ursachen verantwortlich sind, zwar auch hier keineswegs die Hufbearbeitung, aber immerhin heißt es bei Huflederhautentzündung, zu viel Abrieb, zu viel Laufen auf hartem Boden und ab und an vielleicht sogar Vernagelung vom Hufschmied oder auch zu viel Abtragung des Horns. Bei Hufrehe hingegen gibt es diese Ursachen in der allgemeinen Betrachtung nicht, hier sind generell und ausschließlich innere Ursachen Auslöser. Alleine diese Betrachtung sollte uns zum Nachdenken bringen, denn eine Hufrehe ist nichts anderes als eine nichteitrige Huflederhautentzündung.

Warum also diese zwei grundsätzlich gegensätzlichen Betrachtungsweisen, warum also diese generelle Abgrenzung zwischen innerlichen und lokalen Ursachen?

Hufrehe

Wir müssen endlich lernen, die Hufrehe ganzheitlich zu betrachten und ganzheitlich zu behandeln! Wir müssen lernen, bei der Ursachensuche das ganze Pferd inklusive Pferdehufe mit ein zu beziehen. Wenn wir nicht endlich lernen, dass ein Pferd nur auf gesunden Füßen gesund durchs Leben laufen kann und unseren Fokus weiterhin alleine auf organische Ursachen bei der Hufrehe lenken, dann werden die Hufrehe Erkrankungen weiterhin so drastisch zunehmen wie in den vergangenen Jahren. Es reicht keineswegs aus, einen orthopädischen Hufbeschlag zu verordnen und das Pferd auf Diät zu setzen oder ihm Pergolid zu verabreichen. Eine langfristige Hufrehe Prophylaxe kann nur gelingen, wenn wir auch langfristig die Probleme der Pferdehufe korrigieren und nicht, indem wir nur kurzfristig teils gewagte Maßnahmen an den Hufen vornehmen. Dies bedingt jedoch zwangsläufig, dass wir auch die Ursachen in den Pferdehufen suchen und eine fehlerhafte Stellung als Ursache eines akuten Hufreheschubes anerkennen! Die Pferdehufe müssen gleichwertig in die Therapie mit einfließen, denn nur eine innerliche und lokale Betrachtungsweise, Ursachensuche und Hufrehe Behandlung können unser Pferd zukünftig effektiv und vor allem langfristig vor dem nächsten Hufreheschub schützen.

Heute ist die Homöopathie & Phytotherapie in der Hufrehe Therapie etabliert, die These „Hufrehe Pferde dürfen nur kurzes Gras fressen“ ist mittlerweile zu „Hufrehe Pferde sind auf überständigem Gras besser aufgehoben“ geworden (obwohl fast alle Rehepferde heute gar kein Gras mehr fressen und auf “Hufrehe Diät” gesetzt sind..)

Auch meine Biofeld-Haaranalyse hat sich in der Hufrehe Therapie anhand umfassender Öffentlichkeitsarbeit recht gut etabliert. Ich hoffe inständig, dass es auch gelingt, diese Verbohrtheit auf innerliche Ursachen gerade zu rücken auf eine ganzheitliche Sicht, die auch die lokale Situation als Ursache einer Hufrehe anerkennt.

Ich glaube jedoch, dass dies eine echte Herausforderung und ein recht langer Weg wird, da lokale Ursachen komplett ausgeblendet sind und ein generelles Umdenken erforderlich wird!

Dein Pferd hat Hufrehe, was nun?

Hufrehe Hufrehe

Hufrehe

 Was hast Du davon? Ein dauerhaft “Hufrehe freies” Pferd!