Hufrehe Allgemeines

Hufrehe: Genaue Pathogenese nicht vollständig geklärt, wir müssen lernen!

„Diesen Satz las ich auf der Website eines Tierarztes: dieser Satz ist der klügste Satz, den ich zum Thema Hufrehe bisher gefunden habe…“

Alleine die ganz verschiedenen bekannten (angeblichen..) Auslöser und Ursachen der Hufrehe, wie aber auch die ganz verschiedenen (angeblichen und tatsächlichen..) Formen der Hufrehe sollten uns dazu veranlassen, die Hufrehe ganzheitlich zu sehen und aus unseren Erlebnissen in der Praxis zu lernen!

Wir wissen beispielsweise, dass es die Belastungsrehe gibt, warum jedoch nehmen wir dies nicht zum Anlass, auch die Hufsituation als Belastung mit anzusehen und in unsere Ursachenforschung mit einzubeziehen?
Ist eine belastende Hufsituation keine Ursache einer Hufrehe? Eine Belastungsrehe wird grundsätzlich nur diagnostiziert, wenn eine Überlastung einer Extremität vorliegt, in der Regel bei Verletzung der anderen Extremität.

„Wie verbohrt sind wir inzwischen, die Ursachen nur im Innerlichen zu suchen und das Naheliegende, nämlich die Hufe selbst, völlig außer Acht zu lassen? Alleine das Wort „Belastungsrehe“ MUSS uns doch dazu veranlassen, dort zu schauen, wo die Belastung sich abspielt, nämlich auf den Hufen!“

Unsere Pferde zeigen uns oft deutlich, dass etwas mit ihren Hufen nicht stimmt durch Schmerzäußerungen und Lahmheiten nach dem Besuch von Hufschmied oder Hufpfleger. Selbst dieser deutliche „Wink mit dem Zaunpfahl“ unserer Pferde veranlasst uns nicht, die Hufzubereitung verantwortlich zu machen, selbst nach diesem so deutlichen Signal unserer Pferde halten EMS, Cushing oder zu guter Futterzustand und Stoffwechselprobleme als Begründung einer Hufrehe her und dort wird auch nach den Ursachen gesucht!

„Eigentlich darf das doch alles nicht wahr sein, oder? Wie blind sind wir denn inzwischen für die Signale unserer Pferde?“

In all den Jahren, in denen ich mit zahlreichen Hufrehe Pferden zu tun habe, ist es nicht ein einziges Mal vorgekommen, dass die Ursache einer Hufrehe nur im Entferntesten in der Hufsituation selbst gesehen wurde, definitiv nicht ein einziges Mal bei hunderten von Pferden, wenn nicht tausenden, ich habe sie nicht gezählt…

„Mir werden Bilder von Pferden mit Hufrehe übersandt, auf denen die Hufe zu schreien scheinen: helft mir bitte! Doch niemand sieht das!“

Es werden Blutuntersuchungen auf Cushing und EMS eingeleitet, das Pferd wird auf strikte Diät gesetzt, das Heu wird gewaschen, aber die Hufsituation selbst bleibt komplett unberücksichtigt bei der Ursachenforschung. Die Ursache selbst liegt jedoch oft auf der Hand, jeder Sehende sollte begreifen, dass bei vielen akuten Hufrehe Schüben und erst recht bei der chronischen Hufrehe die Hufsituation selbst ursächlich ist! Nein, dem ist jedoch nicht so, sie bleibt unberücksichtigt und zwar für immer!

Was nicht heißt, dass keine Maßnahmen am Huf selbst ergriffen werden, dies meist schon. Welche Maßnahmen dies sind, richtet sich jedoch nicht nach der bestehenden Hufsituation, sondern nach der Auffassung und Methode von Tierarzt, Hufschmied oder Hufbearbeiter. Diese arbeiten in der Regel immer und grundsätzlich nach dem gleichen Muster: sprich, entweder Trachten hoch (zur Zeit die gängigste Methode…) oder gegenteilig Trachten kürzen. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, wie Stege, Keile, Zehe offen, Eisen umgekehrt, Holzklötze, Füllungen mit Silikon oder anderen Materialien, Gips, Kunststoffbeschläge oder montierte Hufschuhe.

Der Phantasie bei Hufrehe sind keine Grenzen gesetzt!

Aber gleich, welche Maßnahmen ergriffen werden, sie sind immer nur kurzfristig gedacht, was selbst die unterschiedlichen Theorien besagen. Stellt man beispielsweise die Trachten künstlich hoch, was oft extrem geschieht, so müssen sie nach relativ kurzer Zeit wieder runter, weil bekannt ist, dass sonst weitere Schäden (an den Sehnen, am Hufbein etc.) eintreten. Keine Maßnahme ist eine Langzeitlösung, keine Maßnahme wird das Problem einer schlechten Hufbearbeitung lösen und keine Maßnahme wird das Pferd in der Zukunft vor einer erneuten Hufrehe bewahren. Alle Maßnahmen sind kurzfristig im Sinne einer Minderung der Veränderungen gedacht, die in Folge einer Hufrehe festgestellt wurden (Hufbeinsenkung, Hufbeinrotation). Jede Maßnahme am Huf versucht also, die gefürchtete Hufbeinsenkung und/oder Hufbeinrotation zu stoppen, dies geschieht durch völlig gegensätzliche Maßnahmen, je nach Auffassung! Wie unlogisch das tatsächlich ist, lest Ihr hier unter Hufbeinrotation-Hufbeinsenkung.

Hufrehe

„Mir erscheint es unlogisch, dem Pferd „Stöckelschuhe“ durch massive Trachtenerhöhung anzuziehen, ebenso, wie dem Pferd extrem die Trachten zu kürzen. Beides ist wider der Natur des Pferdehufes!“

„Es wird Zeit, dass wir beginnen, die Hufrehe von unten (vom Huf ausgehend) nach oben (zum Organismus des Pferdes) zu betrachten und aufhören, die Hufrehe ausschließlich als „innere Erkrankung“ abzuhandeln!“

„Das Problem ist nicht, das von Hufrehe betroffene Pferd „innerlich“ aus dem akuten Hufrehe Schub „herauszuholen“. Das Problem ist, das Pferd langfristig auf so gesunde Füße zu stellen, dass es nicht durch unkorrekte Maßnahmen an den Hufen in Folge neue Hufrehe Schübe entwickelt.“

„Hierin sehe ich unsere große Herausforderung bei Hufrehe!“

Haflinger Amadeus – 1 Jahr frei von Hufrehe

Hallo Frau Nehls, wir sind nun das 1 Jahr Hufrehe-Frei! Und das haben wir allein Ihnen zu verdanken.

Aber jetzt mal ganz von vorn…
Amadeus zeigte am Anfang überhaupt nicht die typischen Symptome einer Hufrehe. Er war etwas steif & ich dachte, er vielleicht einfach nur etwas Muskelkater oder irgendetwas „klemmt“. Ich habe gedacht ich tu dem Burschen mal etwas Gutes & füttere was für die Muskulatur. Viel besser wurde es natürlich nicht und so vergingen die Wochen…,dass es sich um eine Hufrehe handeln könnte, darüber habe ich NIE nachgedacht…
Der Schmied war noch da, schaute sich Amadeus Hufe an, etwas spröde die Hufe, aber ansonsten keine Auffälligkeiten…Amadeus bekam neue Eisen…
Und plötzlich, am nächsten Morgen, stand Amadeus da. Konnte keinen Meter mehr laufen. Da wurde mir so einiges klar, Hufrehe! Schmied angerufen & direkt die Eisen abnehmen lassen, denn scheinbar habe diese ja erst zu dem krassen Schub jetzt geführt. Amadeus merkte man direkt eine Erleichterung an, auch wenn er dennoch nicht groß laufen wollte. Tierarzt gerufen, Schmerzmittel etc… ständig habe ich die Hufe gekühlt, denn das tat Amadeus sehr gut. Erstaunlicher Weise ging es ihm dann doch relativ zügig wieder gut. Tierarzt & Schmied waren zufrieden. Dennoch wollte ich weiterhin keine Eisen für Amadeus und er sollte erst einmal Barhuf bleiben, hatte ich ein besseres Gefühl mit.
Wochenlang alles gut, Amadeus kam auch wieder mit auf die Weide. Es ging ihm gut…
Plötzlich der nächste Schub & diesmal auch eindeutige Einblutungen in den Hufen und mir war direkt klar, Hufrehe! Das darf doch nicht wahr sein… Wir hatten gerade wieder so langsam mit dem Training angefangen (reine Freizeitreiter) und hatten wieder Spaß an unseren Geländeritten.
Nun hieß es wieder Weideverbot. Eine Einstallerin war so nett & hatte die Paddockbox mit uns getauscht, da der Auslauf an deren Box größer war und Ihr Pferd aktuell eh 24/7 auf der Wiese stand. So hatte Amadeus mehr Platz, wenn er sich bewegen wollen würde…
Allerdings war daran erst einmal gar nicht zu denken, es ging Amadeus überhaupt nicht gut & so vergingen Wochen.

Tatsächlich kam mein Lebensgefährte auf die Idee, nach Alternativen in der Hufrehe Therapie zu suchen. Er fand das Tierheilkundezentrum Nehls.
Die ganzen Erfahrungen…wow! Wollten wir nicht unversucht lassen. Ich meine, was hatten wir denn zu verlieren? Der Tierarzt war eh nicht begeistert von Amadeus Zustand und lag mir beim letzten Termin schon in den Ohren, dass das nicht mehr lange gut geht & Amadeus ja leidet.

Ja Amadeus hatte sichtlich schmerzen, keine Frage! Aber er wirkte dennoch noch so fit & wach im Kopf… tagtäglich begrüßte er mich weiterhin mit einem lauten Wiehern.

Wir hatten schließlich Kontakt zu Frau Nehls aufgenommen und haben daraufhin viele empfohlene Kräuterprodukte & Homöopathie bestellt. Es wurde auch die Biofeld-Haaranalyse für Pferde vorgeschlagen. So sehr ich mein Pferd auch liebe, diese musste trotzdem erst einmal warten, da vor Kurzem auch noch der Hund notoperiert werden musste…

Die Produkte kamen zügig an und Amadeus freute sich, endlich wieder etwas in seinen Trog zu bekommen (der arme verhungerte Haflinger :-D)
Ich wollte nicht daran glauben, aber bereits nach wenigen Tagen ging es Amadeus viel besser. Das konnte nur an den Produkten liegen, denn an der tierärztlichen Medikation wurde nichts verändert. Tagtäglich besserte sich sein Zustand und es war eine sehr gute Entscheidung, die Paddockbox mit der Einstallerin zu tauschen. So hatte er viel mehr Platz…

Der Tierarzt kam zur Kontrolle, war ganz erstaunt und meinte „Na endlich wirken die Schmerzmittel“… jaja, die Schmerzmittel. Von den eingesetzten Kräutern wollte er leider nichts hören…ich solle doch bloß nicht den quatsch glauben, dass Kräuter das Leben meines Pferdes retten können. Ooookay…

Auf jeden Fall ist das ganze jetzt 1 Jahr her, Amadeus ist heute auf den Tag genau 1 Jahr Rehefrei. Bekommt weiterhin die Kräuter für den Hufstoffwechsel (vorbeugend) und regelmäßige Kuren mit dem Hufelexier. Hufhornqualität 1A, Hufschmied ist jedes Mal begeistert und hat das Hufelexier mittlerweile auch selbst schon einige Male empfohlen.

Amadeus geht wieder ganz normal auf die Weide und wir genießen unsere Ausritte.
Ich bedanke mich für all Ihre Bemühungen.

Hufrehe