Liebe Frau Nehls,

ich bin mal wieder über ihre Seite gestolpert… schon des öfteren, weil ich ihre Empfehlungen etc. ziemlich gut finde. Ich interessiere mich auch sehr für Pflanzenheilkunde (mein Mann ist Heilpraktiker, ich beschäftige mich „nur“ freizeitmäßig damit…) und bin inzwischen auch immer recht kritisch mit schulmedizinischen Diagnosen und Behandlungsmethoden, einfach auch aufgrund von Erfahrungen oder genauerem Nachfragen. Nun gut, so trug es sich vor ein paar Wochen zu, dass ich mal wieder dachte, dass mir meine fast 25jährige Stute zu dünn ist trotz Futter und zu wenig aufmuskelt trotz Training. Sie ist immer schon ein schwerfuttriges Pferd (habe sie seit 20 Jahren), hat eher einen langsamen Fellwechsel, der ihr gerade im Frühsommer meiner Beobachtung nach zu schaffen macht. Nichtsdestotrotz sieht sie eigentlich für eine fast 25jährige dann doch ziemlich gut aus. Jedenfalls hab ich gedacht ich sollte jetzt mal endlich eine Blutuntersuchung machen und schauen ob sie irgendwelche eklatanten Mängel hat. Die Tierärztin meinte dann ich sollte auf jeden Fall auf Cushing testen lassen. Mmmh, habe nicht so richtig drüber nachgedacht, mich beeinflussen lassen und habe nur auf Cushing testen lassen. Jetzt rief mich meine Tierärztin an und sagte, die Ergebnisse würden eindeutig auf Cushing deuten… Da ich vor dem Telefonat schon mal alles über die Erkrankung im Internet recherchiert habe, habe ich gesagt, dass ich erstmal auf naturheilkundlicher Ebene etwas ausprobieren will, da meine Stute ja eigentlich gar keines der sehr deutlichen Symptome von Cushing zeigt. Zum Glück ist meine Tierärztin da recht entspannt und hat mich nicht noch großartig versucht umzustimmen…

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Seht Ihr ein Symptom von ECS? Nein! Diese Stute sieht altersentsprechend wie eine gesunde Stute mit 25 Jahren aus. Welcher Grund besteht bei diesem Pferd überhaupt auf Cushing zu testen? Ich weiß es nicht! Das Equine Cushing Syndrom lässt sich eigentlich wohl bei jedem Pferd aufgrund des ACTH Testes diagnostizieren, der Normwert liegt inzwischen in der Regel bei 15 und den weist wohl jedes Pferd auf…

Aber auch nach dem Lesen ihrer Seite bin ich doch jetzt sehr skeptisch. Ich habe gerad mal wieder das Gefühl, wenn man nicht alles selbst hinterfragt und recherchiert, macht es sonst keiner. Und es existiert unglaublich viel Halbwissen, mit dem aber wiederum bedenkenlos umgegangen wird. Natürlich wurden mir direkt diese Parkinson -Medikamente empfohlen… Mein Plan wäre jetzt aber eh – auch ohne diese „Diagnose“(nur der ACTH Wert wurde gemessen…) – der Stute eine sehr gute Kräutermischung (Alter, Stoffwechsel, Leber, Hormonstoffwechsel, Mineralisierung…) zusammenzustellen, sie wird außerdem in eine dicke Decke diesen Winter gepackt (zum ersten Mal, aber ich habe das Gefühl, sie verbraucht einfach inzwischen viel mehr Energie, wenn es kalt wird), die Zähne werden demnächst gemacht und ich würde ihr mithilfe meines Mannes ein pflanzliches Mittel verabreichen, welches ausgleichend/stimulierend auf das gesamte Hormonsystem wirkt (ich bin eigentlich der Meinung, dass man das Hormonsystem nur als ganzes geschlossenes System betrachten und behandeln sollte und nicht an einer Stelle einen Eingriff machen sollte).

Jetzt fragen sie sich bestimmt, warum ich ihnen noch schreibe, da ich mir ja eh schon einen Plan gemacht habe. Aber ich dachte, vielleicht ist es für sie trotzdem interessant, über diese Geschichte zu erfahren und wie sie weitergeht. Ich hänge ihnen mal ein aktuelles Bild von dem „Cushing-Pferd“ an.

Dann habe ich noch etwas sehr interessantes zu berichten zum Thema Impfen, was sie als kritisch Denkende vielleicht auch interessiert. Ich weiß nicht, ob sie sich mit der Tetanusimpfung schon beschäftigt haben, aber ich finde meine Erfahrung eigentlich schon etwas bemerkenswert und muss sie einfach mal mitteilen :). Wenn es nur 1000 weitere Pferdebesitzer so wie ich gemacht hätten (vielleicht gibt es sie ja..) hätte man eigentlich schon eine beachtliche, die Pharmaindustrie ziemlich ärgernde Studie 🙂 Habe jetzt meine alte Stute seit genau 14 Jahren nicht mehr gegen Tetanus impfen lassen und gerade mal wieder den Titer bestimmen lassen und siehe da, er ist noch immer sehr hoch. Den Tierärzten habe ich immer gesagt, dass ich seit zwei /drei Jahren nicht mehr geimpft hätte und deshalb den Titer bestimmen lassen möchte. Weil vor 15 Jahren hatte ich als gerade 19jährige es nicht so leicht mit meinem Hinterfragen bei all den „superängstlichen“ („bloß nichts hinterfragen – Tierarzt hat immer Recht“) und meist sehr konservativen sonstigen Pferdebesitzern… aber jetzt bin ich froh über meine „kleine eigene Studie“.

Soweit erstmal zu meiner Geschichte. Vielleicht ist es für sie ja interessant.

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